Foto: IMAGO/Claus Bergmann
10. Todestag – Gedenken an Hans Thomas
„Das deutsche Schiedsrichterwesen ist tief geschockt. Mit Hans Thomas verlieren wir einen guten Freund und unermüdlichen Arbeiter, der sich stets für die Interessen des deutschen Schiedsrichterwesens stark gemacht hat“, ließ sich der 2016 ebenfalls verstorbene damalige DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß zitieren.
Auch im Philippka-Sportverlag herrschte Bestürzung, tiefe Trauer und Anteilnahme über den plötzlichen Verlust eines immer engagierten Mitstreiters für den Handball-Schiedsrichter, der Schiedsrichterzeitschrift, die heute in diesem Portal beheimatet ist.
In Erinnerung an Hans Thomas veröffentlichen wir den seinerzeit vom Verlagsgründer Konrad Honig verfassten Nachruf im Wortlaut.
Nachruf von 2011: Zum Tode von Hans Thomas
Die Redaktion (..) hat einen großen Verlust zu verkraften: Am 6. März ist Hans Thomas gestorben, seit 2001 Schiedsrichterlehrwart des DHB und seit Gründung unserer Zeitschrift 1998 Redaktionsmitglied. Thomas, nur 60 Jahre alt geworden, verdankt der Handball-Schiedsrichter seine enge Anbindung an das Schiedsrichter-Lehrwesen des Verbandes. Er stellte in unzähligen Beiträgen die jeweils neuen Entwicklungen bei Regeln und Regelauslegungen vor, fasste die Erkenntnisse aus Beobachtungen von Kollegen zusammen und reflektierte in dieser Zeitschrift die Schwerpunkte aus den Lehrgängen der Spitzenschiedsrichter hierzulande.
Hans Thomas war ein Pragmatiker. Eines seiner Credos: "20 Prozent Irrtum sind völlig normal, im Fußball wie im Handball!“
Er wusste, wovon er sprach, denn mit seinem Bruder Jürgen (Anm. d. Red.: im August 2014 verstorben) bildete er in den achtziger und neunziger Jahren das DHB-Vorzeigeduo. Höhepunkte ihrer Laufbahn, in deren Verlauf sie gemeinsam rund 150 Länder- und Europapokalspiele leiteten, waren die ehrenvollen Berufungen, die olympischen Frauen-Endspiele 1992 (Barcelona) und 1996 (Atlanta) zu leiten. Hinzu kamen Einsätze bei den Männer-Weltmeisterschaften 1993 und 1995.
Höhepunkt der Funktionärskarriere von Hans Thomas war im Dezember (Anm. d. Red.: 2010) die Berufung in die Schiedsrichter- und Regelkommission des Europäischen Handballverbandes EHF. Der zuliebe gab er sein erst 2009 übernommenes Amt als Schiedsrichterwart des Pfälzischen Verbandes auf. Hans Thomas, im Hauptberuf Sport- und Biologielehrer am Goethe-Gymnasium in Germersheim, wird erkannt haben: Auch seinem Zeitbudget und seinen Kräften waren Grenzen gesetzt – so sehr langjährige Wegbegleiter seinen Elan und seinen unermüdlichen Einsatz lobten. So auch sein Mindener Kollege Bernd Rathert in seiner Traueransprache: „Mit Hans Thomas verlieren der deutsche, der europäische und der Welthandball einen guten Freund, einen absoluten Fachmann und unermüdlichen Arbeiter, der sich nie geschont hat.“
Dem haben wir von der HSR-Redaktion nichts hinzuzufügen. Danke, Hans Thomas!