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10 Tipps für Schiedsrichter, die sich weiterentwickeln möchten

Das Gespann Klinke/Klinke weiß aus eigener Erfahrung, wie steinig der Weg nach oben sein kann. Matthias Klinke gibt daher hier zehn Tipps, die jungen (und älteren) Kollegen auf ihrem Weg helfen sollen, die dicksten Stolpersteine zu entfernen.

"Besser zu werden, ist brutal harte Arbeit“: Matthias Klinke pfeift gemeinsam mit Zwillingsbruder Sebastian im Bundesligakader des Deutschen Handballbundes. Ebenso wie Spieler, die Woche für Woche ins Training fahren, um sich zu verbessern, hat auch das Duo aus Schleswig-Holstein hart an sich gearbeitet, um es aus der Kreisklasse bis in die Bundesliga zu schaffen.

Alle Schiedsrichter-Teams, die für den Deutschen Handballbund pfeifen, haben sich Schritt für Schritt hochgearbeitet – und dabei immer wieder Lehrgeld bezahlt. Die Erkenntnisse, welche die beiden Brüder dabei gesammelt haben, hat Matthias Klinke in zehn Tipps zusammengefasst – für alle Schiedsrichter an der Basis, die sich weiterentwickeln wollen.

1. Sucht euch Vorbilder!

Die meisten Kinder und Jugendlichen, die mit Begeisterung Handball spielen, können ein Vorbild nennen, dem sie nacheifern wollen – sei es ein Spieler aus der 1. Bundesliga oder der Oberligamannschaft ihres Heimatvereins. Vorbilder an der Pfeife sind jedoch oft noch eine Seltenheit – viele Schiedsrichter, die im Landesverband mit hohem Engagement pfeifen, haben sich darüber noch nie Gedanken gemacht.

Das ist aus meiner Sicht ein großer Fehler – und ich kann euch nur raten: Wenn ihr ambitioniert seid und euch weiterentwickeln wollt, sucht euch Vorbilder. Das kann euch nur weiterbringen. Natürlich müssen es Gespanne sein, die zur eigenen Situation passen – und ihr dürft sie nicht einfach kopieren. Man kann in der Oberliga oder Landesliga nicht pfeifen wie in der Bundesliga.

Im Idealfall pfeifen eure Vorbilder ein oder zwei Ligen höher, sodass sie euch quasi den Weg aufzeigen, den ihr auch gehen könnt. Und wenn man höher aufsteigt, kann man seine Vorbilder neu anpassen. Auch wir schauen uns bis heute das Auftreten der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter aus dem Elitekader an, um zu lernen.

Wir könnten euch zudem nur nahelegen: Nehmt Kontakt mit eurem Vorbild auf und fragt nach Ratschlägen – auch abseits des Feldes. So fängt man nach dem Aufstieg in den nächsthöheren Kader nicht bei Null an, sondern hat bereits eine Basis, was Abrechnung, Fahrtwege oder Besonderheiten von bestimmten Hallen angeht.

Außerdem kann man so einen Eindruck gewinnen, wie der Hase im höheren Kader läuft. Wir wussten so bereits vor unserem ersten DHB-Lehrgang: Wenn das Treffen für 12:00 Uhr angesetzt ist, hat man fünf Minuten vorher da zu sein, denn wenn die Tür zugeht, geht es los – egal, ob es schon 12:00 Uhr ist oder nicht …

Und auch wenn es hart ist: Wenn ihr ambitioniert seid, ist es leider meist sinnlos, dass der Obmann eures Heimatvereins euer Vorbild ist, obwohl er nie über die Kreisklasse hinausgekommen ist. Menschlich kann er sicherlich eine wertvolle Unterstützung sein, aber für eure Entwicklung an der Pfeife solltet ihr euch ein anderes Vorbild suchen.

2. Weiterentwicklung vor Tradition!

Nachdem wir angefangen hatten, wollte uns der Schiedsrichterwart unseres Kreises unbedingt in den Förderkader bringen. Seine Unterstützung war enorm wichtig für uns – ebenso seine Ratschläge. Er hat uns damals gesagt: „Mit Traditionen sollte man auch mal brechen, um sich neu zu erfinden.“

Natürlich schleichen sich über die Jahre gewisse Angewohnheiten ein und per se sind auch feste Rituale durchaus sinnvoll. Doch bei allem Festhalten dürfen einen Traditionen nie hemmen. Wir können euch nur raten: Lauft nicht immer wieder gegen die gleiche Wand, sondern nehmt Ratschläge an, um euch weiterzuentwickeln. Auch uns wurde mal gesagt: „So, wie ihr das jetzt macht, könnt ihr das eine Liga höher nicht mehr bringen.“

Um es mal überspitzt zu formulieren: In der Kreisliga mag es witzig sein, in Kniestrümpfen zu pfeifen oder, wie es ein Kollege in der Oberliga mal zu tun pflegte, im Eishockey-Trikot aufzulaufen. Irgendwann wird so ein vermeintliches ‚Alleinstellungsmerkmal‘ allerdings zum Hindernis, denn als Schiedsrichter bist du kein Trendsetter. Trennt euch rechtzeitig von solchen ‚Traditionen‘, um euch dadurch nicht eure Chancen zu verbauen – aber behaltet zugleich das bei, was sich bewährt hat.

3. Unterschätzt die Bedeutung von Fitness nicht.

Es mag banal klingen, aber: Auch als Schiedsrichter dürft ihr die Bedeutung von Fitness nicht unterschätzen. Die Mannschaften schwitzen nicht nur in der Vorbereitung, sondern auch in der Saison jede Woche im Training – und genau das empfiehlt sich auch als Schiedsrichter. Mit jedem Aufstieg steigt die Anforderung. Mit jedem Aufstieg wird es härter. Und mit jedem Aufstieg wird es wichtiger, dass ihr auch körperlich topfit seid.

Neben den Ansetzungen solltet ihr daher unbedingt Fitnesseinheiten in euren Kalender integrieren – auch, wenn das natürlich eine zusätzliche zeitliche Belastung darstellt. Ohne Fitness werdet ihr es jedoch nicht nach oben schaffen! Wir haben neben den normalen Joggingrunden auch Intervall- und Sprinteinheiten in unserem Trainingsplan. Hinzu kommen Konzentrationsübungen – und auch Yoga will ich als Ergänzung noch ausprobieren.

Kurz gesagt: Ein vielfältiges Training ist auch als Schiedsrichter sinnvoll. Stellt euch einen Plan aus den Elementen zusammen, die für euch passen. Und auch wenn ihr euch für die Schiedsrichter-Karriere vielleicht irgendwann gegen das eigene Spielen entscheiden müsst – es kann nicht schaden, weiterhin mit zu trainieren oder euch eine andere Sportart zu suchen, um den Spaß am Sport zu leben.

Außerdem solltet ihr nicht vergessen, dass auch die Ernährung dazugehört! Am Abend vor dem Spiel Alkohol zu trinken, ist für Sebastian und mich nicht mehr mit unserer Aufgabe vereinbar. Insofern verzichten wir darauf – und bemühen uns generell um eine gesunde Ernährung, um körperlich möglichst optimal vorbereitet zu sein.

4. Wer weiterkommen will, muss Ziele definieren.

Schiedsrichter zu werden, ist oft Zufall – sich als Schiedsrichter weiterzuentwickeln nicht. Habt ihr einen Gespannpartner gefunden, solltet ihr daher frühzeitig über eure gemeinsamen Ziele sprechen, statt blauäugig an die Sache heranzugehen. Wenn ihr grundlegend verschiedene Ambitionen an der Pfeife habt oder der eine bereit ist, deutlich mehr zu investieren als der andere, wird es nicht funktionieren.

Daher: Macht euch einen Plan – und vereinbart ein gemeinsames Ziel. Diese Zielvereinbarung könnt ihr auch schriftlich festhalten; als Basis für euren weiteren Weg. Wichtig: Seid konkret und überlegt euch auch gleich die Folgen. „Wir wollen aufsteigen“, ist eine leere Phrase, legt stattdessen konkrete Schritte fest. In welche Liga wollt ihr aufsteigen? Welchen Zeitrahmen setzt ihr euch? Wie wäre ein Aufstieg mit eurem beruflichen Werdegang vereinbar? Und wie stehen eure Familien zum Pfeifen?

Gerade der letzte Punkt ist extrem wichtig. Ich habe mir früher zu wenig Zeit für meine Beziehung genommen; das Familienleben war mir nicht so wichtig wie das Vorankommen als Schiedsrichter. In dieser Hinsicht sind Schiedsrichter oft ein Stück weit Egoisten. Macht euch daher besser von Anfang an klar, was eure Ziele als Schiedsrichter für euer Privatleben bedeuten – und bereitet euer Umfeld darauf vor. Ihr braucht die Rückendeckung von eurer Familie und euren Freunden.

Auch innerhalb des Gespanns müsst ihr euch einig sein – und euch beide mit dem gesteckten Ziel identifizieren. Sebastian und ich haben einen kleinen ‚Regelkatalog‘ aufgestellt, in dem unter anderem der Verzicht auf Alkohol am Abend vor dem Spiel festgehalten ist. Es ging uns darum, einen Weg zu finden, wie wir die bestmögliche Leistung erzielen können – und gleichzeitig einen Rahmen abzustecken, der für beide gilt. Ich halte mich für Sebastian an unsere Regeln – und kann mich darauf verlassen, dass er seinerseits für mich die Regeln einhält.

5. Absolut empfehlenswert: Ein Videostudium vom eigenen Auftreten.

Als ich das erste Mal ein Video von mir beim Pfeifen gesehen habe, habe ich mich erschreckt. Ich bin wie ein Schluck Wasser in der Kurve über das Feld geschlurft, das war weder flüssig noch harmonisch. Kurz gesagt: Ich war ein Fremdkörper im Spiel.

Wir haben damals noch im Landesverband gepfiffen, in der Kreisliga. Als wir wussten, dass wir aufsteigen werden, habe ich einen Kumpel gefragt, ob er mal ein Spiel aufzeichnen kann – und ich kann das jedem Schiedsrichter nur empfehlen; egal, auf welchem Niveau. Man lernt enorm viel.

Man ist, gerade als Schiedsrichter, oft von sich selbst überzeugt. Ein Videostudium vom eigenen Auftreten kann einem die Augen öffnen: Wie komme ich tatsächlich rüber? Wirke ich überheblich? Arrogant? Unsicher? Gar ängstlich? Meine Zeichengebung war anfangs echt seltsam – das hatte mir nur nie jemand gesagt, sodass ich das Video gebraucht habe, um das zu erkennen.

Es ist allerdings enorm schwierig, ein einstudiertes Muster herauszubekommen. Das ist harte Arbeit. Ich streiche mir beim Spiel bis heute immer wieder durch die Haare, das ist ein echter Tick. Sebastian und seine Freundin ziehen mich damit gerne auf. Ich weiß nicht, ob ich das irgendwann noch einmal sein lassen kann – aber auf das Videostudium will ich seit dem ersten Schreck nicht mehr verzichten.

6. Unterschätzt kein Spiel. Nie.

Ihr dürft als Schiedsrichter kein Spiel unterschätzen. Das Spiel, welches ihr gerade vor der Brust habt, ist das wichtigste Spiel des Tages – egal, ob es in der Bundesliga oder der Kreisklasse ist. Überheblichkeit ist als Schiedsrichter fehl am Platz. Jede Mannschaft hat euren Respekt verdient – und eure beste Leistung. Wenn ihr mit der Haltung auflauft, zu gut für ein Spiel zu sein, könnt ihr nur verlieren, denn die Mannschaften werden spüren, dass ihr sie nicht ernst nehmt.

Sebastian und ich pfeifen aus Leidenschaft. Wir erhalten einen Spielauftrag und leiten das Spiel von Mannschaft A gegen Mannschaft B. Als wir im Februar 2019 in Preetz ein Oberligaspiel der Frauen gepfiffen haben, hat uns das irre Spaß gemacht. Es war zwangloser als in der Bundesliga und hatte genau deshalb seinen eigenen Reiz.

Uns hat diesbezüglich auch eine Erfahrung geprägt. Als wir noch im Jugendkader waren, haben wir erlebt, wie ein älteres Gespann in die Halle kam – und sofort, wie man so schön sagt, ‚den Dicken‘ markiert hat. Wir haben uns damals fremdgeschämt und uns gesagt: So wollen wir nicht werden. Das sollte man als Schiedsrichter schlicht und einfach nicht nötig haben.

7. Sucht euch einen Kontrast zum Pfeifen.

Das Pfeifen darf nie die einzige Säule in eurem Leben sein. Es sollte immer ein Hobby bleiben – egal, wie professionell man diese Leidenschaft auch gestaltet. Es ist vielmehr enorm wichtig, dass ihr Kontraste setzt, damit Fehler auf dem Spielfeld nicht euren Alltag vergiften.

Ob das die Familie, die Arbeit, das Studium oder die Freunde sind, ob ihr joggen, backen oder imkern wollt: Macht einfach mal etwas anderes und nehmt euch bewusst Auszeiten vom Handball. Und plant das Geld, das ihr für das Pfeifen bekommt, nie fest in euer Budget ein. Dann werdet ihr an der schönsten Nebensache der Welt lange Spaß haben.

8. Wählt eure Wegbegleiter mit Bedacht.

Es ist faszinierend, was Erfolg für ein Magnet sein kann. Je höher ihr aufsteigt, desto mehr Menschen werden sagen: „Ich habe es schon immer gewusst.“ Wahrscheinlich gibt es auch viele Leute, die unseren Erfolg für sich verbuchen. Wirklich geprägt haben unsere Karriere allerdings nur zwei Menschen. Sie sind unsere Gönner und Förderer, sonst niemand. Seid vorsichtig, wem ihr vertrauen könnt und wollt.

Außerdem müsst ihr lernen, mit Missgunst umzugehen. Die wenigsten Leute gönnen einem wirklich den Erfolg, viele wollen einen lieber scheitern sehen. Das zeigt sich im Alltag immer wieder. Sebastian hat in einer spielentscheidenden Szene mal auf Kreis ab im letzten Angriff entschieden. Die Entscheidung war richtig; drei Leute haben anschließend geschrieben und gratuliert. Wäre die Entscheidung falsch gewesen, hätten sich mindestens zehn Leute dazu gemeldet und ihm gesagt, was er hätte besser machen sollen.

Man lernt jedoch schnell, falsche Gönner und vermeintliche Fürsprecher zu erkennen. Ich kann euch nur raten: Sucht eure Wegbegleiter mit Bedacht – und seid gegenüber allen anderen zurückhaltend. Ich war anfangs sehr naiv und habe gerne geplaudert. Man sollte jedoch nie alles erzählen, was man weiß – das wird schnell gegen einen verwendet. Natürlich halte ich weiterhin gerne einen Klönschnack an der Halle, aber ich mache mir inzwischen stets bewusst, wer zuhört.

9. Wahrt eine professionelle Distanz.

Als Schiedsrichter seid ihr neutral und unparteiisch – das ist euer Faustpfand! Dementsprechend ist es wichtig, stets eine professionelle Distanz zu wahren. Du kannst regeltechnisch der beste Schiedsrichter der Welt sein: Wenn deine Persönlichkeit und dein Verhalten unangemessen sind, wirst du nicht weiter aufsteigen. Ich habe zu unseren Oberligazeiten einmal meine damalige Frau gepfiffen, aber auf dem Feld hat das keine Rolle gespielt. Du hast als Schiedsrichter einen Job – erledige ihn; egal, wer da auf dem Feld steht.

Jeder Schiedsrichter muss für sich selbst entscheiden, wo er die Grenze im Kontakt mit den Mannschaften zieht. Ich kann jedoch nur zu einer gewissen Distanz raten. Die Spielerkabine ist ein No-Go; auch wenn ihr gerade euren besten Kumpel gepfiffen habt. Grundsätzlich spricht natürlich nichts dagegen, ein angebotenes Kaltgetränk anzunehmen, aber ihr solltet darauf achten, euch nicht angreifbar zu machen.

Und eins sollte auch klar sein: Das Handballfeld ist für Schiedsrichter kein Datingportal. Natürlich lernt man jedes Wochenende neue Mannschaften kennen und begegnet interessanten Leuten. Jemanden direkt nach dem Spiel anzubaggern, ist aus meiner Sicht allerdings völlig deplatziert.

Und selbst, wenn man etwas Zeit verstreichen lässt, bevor man jemanden anschreibt, sollte man sich der Gefahr bewusst sein, die eine mögliche Abfuhr bringt – denn die Erfahrung, zwei oder drei Wochen später wieder in die gleiche Halle zu müssen und dann womöglich ausgelacht zu werden, sollte man sich ersparen.

10. Keine Ausreden!

Ich konnte mir früher nicht vorstellen, Schiedsrichter zu sein. Ich habe bis zur Oberliga im Tor gespielt – und war immer der Erste, wenn es darum ging, sich beim Schiedsrichter zu beschweren. Irgendwann konnte das unser Obmann nicht mehr mitansehen und hat mich zum Pfeifen verdonnert. Ich bereue das keine Sekunde, denn dieser Weg hat mich bis in die Bundesliga geführt, was ich als Spieler nie geschafft hätte.

Die meisten Schiedsrichter, die leistungsorientiert pfeifen, stehen irgendwann vor der Entscheidung zwischen Pfeifen und Spielen. Auch ich habe mich – schweren Herzens – von dem aktiven Spielerdasein verabschiedet. Gemeinsam mit Sebastian habe ich inzwischen allerdings mehr erreicht, als ich mir anfangs hätte vorstellen können – und der Weg ist (hoffentlich) noch nicht zu Ende. Für uns gibt es nicht Schöneres, als aktiv auf dem Feld dabei sein – daher haben wir dafür viel investiert und auch so manches aufgegeben.

Weniger Zeit für Familie und Freunde, lange Stunden im Auto oder der Bahn, eine hohe Belastung neben dem Job: Ich kann jeden verstehen, der diesen Weg nicht gehen möchte. Auch die Basis braucht gute, engagierte Schiedsrichter und jeder, der zur Pfeife greift, kann dort viel bewirken. Lasst euch nicht zum Aufstieg überreden, wenn ihr das nicht wollt.

Wenn ihr allerdings höhere Ziele anstrebt, dann lasst keine Ausreden gelten – auch nicht vor euch selbst! Der anstrengende Tag im Job, der Streit mit den Eltern, die Geburtstagsparty der besten Freundin am Vorabend: Wenn man Gründe sucht, warum das Pfeifen gerade (ausnahmsweise) zurückstecken muss, findet man immer welche.

Und sei es das fehlende Auto, um zu weiter entfernten Spielen zu kommen oder der passende Gespannpartner, den man einfach noch nicht entdeckt hat: Entschuldigungen, warum man seinen Traum von der Oberliga, der 3. Liga oder der Bundesliga als Schiedsrichter nicht verwirklichen kann, lassen sich leichter formulieren als das zu investieren, was notwendig wäre. Wenn ihr es wirklich wollt, klemmt euch dahinter und arbeitet für dieses Ziel, denn geschenkt wird euch nichts.

Ich kann jedoch versprechen: Die Arbeit zahlt sich aus! Das Gefühl, gemeinsam mit dem Gespannpartner – mit dem man so viel Zeit verbringt – einen Aufstieg feiern zu können, schweißt nicht nur zusammen, sondern ist auch unglaublich schön. Natürlich kann die Schiedsrichterei trotz des Partners auch mal ein extrem einsamer "Job" sein, aber dennoch bringt der Handball einem auch als Schiedsrichter unheimlich schöne Erlebnisse – und Begegnungen. Wir haben über die Jahre viele, viele tolle Menschen kennenlernen dürfen; aus Sportkameraden sind so Freunde geworden. Genießt diese Freundschaften, genießt den Zusammenhalt und genießt den Spaß am Pfeifen, den wir alle haben.