Quelle: DHB
Wenn der Ball Richtung Spielfeld rollt ...
Was im Video geschieht
WEISS 6 führt einen 7-Meter-Wurf aus. Torwart Mannschaft BLAU hält den 7-Meter-Wurf. Der Ball prallt von seinem linken Arm steil nach oben. Der Torwart ist auf der Suche nach dem Ball und wird dabei vom herabfliegenden Ball so getroffen, dass dieser Richtung Spielfeld rollt. Der Torwart geht dem Ball hinterher und nimmt dann den noch rollenden Ball mit dem Fuß auf.
Regeltechnische Einordnung von Kay Holm, Leiter Bereich Lehre im DHB-Schiedsrichterwesen
Wenn der Torwart den Ball erfolgreich abwehrt und der Ball prallt von ihm oder dem Tor in Richtung Spielfeld ab, dann ist in diesem Moment der Ball, falls er z. B. rollt, nur eingeschränkt spielbar: Mit- und Gegenspieler dürfen ihn erst berühren, wenn er über die Torraumlinie gerollt ist.
In dieser Situation ist regeltechnisch folgende Einschränkung für den Torwart zu beachten: Es ist dem Torwart nicht erlaubt, den sich in Richtung Spielfeld bewegenden Ball mit Fuß oder Unterschenkel zu spielen bzw. zu berühren (Regel 5:10). Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Torwart den Ball, der sich im Torraum in Richtung Torauslinie bewegt, mit dem Fuß berühren darf.
Fazit
Auch wenn der Ball nur noch langsam rollt und wenig später im Torraum liegengeblieben wäre, gilt Regel 5:10 uneingeschränkt.
Hier in dieser Situation hätte regeltechnisch auf Freiwurf für Mannschaft WEISS entschieden werden müssen.
Pfiff der Woche
Unter der Rubrik "Pfiff der Woche" präsentieren wir jeweils eine beachtenswerte Szene aus dem aktuellen Spielbetrieb der Bundesligen von Männern und Frauen – und gegebenenfalls auch aus den Ligen darunter. Warum die ausgewählten Situationen besondere Beachtung verdienen? Nun, weil sie einen bestimmten Regelaspekt verdeutlichen, der uns Schiedsrichtern nicht in jedem Spiel „vor die Pfeife“ kommt.