Kopftreffer beim Torwart aus dem laufenden Spiel

Im Pfiff der Woche geht es diesmal um die regelgerechte Entscheidung für den Fall, dass ein Torwart vom Ball am Kopf getroffen wird.

Hier die regeltechnische Einordnung von DHB-Schiedsrichterwart Wolfgang Jamelle:

Wird ein Torwart aus dem Spiel heraus von einem gegnerischen Wurf am Kopf getroffen, sieht das Regelwerk aktuell keine persönliche Bestrafung des Werfers vor. Dies ist lediglich beim 7-m-Wurf der Fall und auch nur dann, wenn der Torwart seinen Kopf nicht in Richtung Ball bewegt hat (Regel 8:9 d). Beim 7-m-Wurf trägt der Werfer die Verantwortung dafür, dass der Torwart nicht gefährdet wird.

Die von den Schiedsrichtern im Videobeispiel vorgenommene Disqualifikation (ohne Bericht) des Werfers war nicht regelgerecht.

Weitere wichtige Hinweise zur Spielfortsetzung in derartigen Situationen finden sich in den Guidelines und Interpretationen zum Thema „Verletzter Torwart (Regel 6:8)“.

Ebenso ist in der IHF-Erläuterung 8 lit. c ein Hinweis zur Ausnahme von Regel 4:11 Abs. 2 für einen am Kopf getroffenen Torwart enthalten, der auf der Spielfläche versorgt werden muss. Er darf nach der Behandlung auf der Spielfläche bleiben und muss diese nicht für drei Angriffe seiner Mannschaft verlassen.