Quelle: DHB
Einer ist zu viel! – Ein zusätzlicher Spieler und die Folgen
Gemäß Regel 4:1 dürfen sich pro Mannschaft auf der Spielfläche gleichzeitig höchstens sieben Spieler inklusive Torwart befinden. Spielt eine Mannschaft ohne Torwart, dürfen sich auf der Spielfläche gleichzeitig höchstens sieben Feldspieler einer Mannschaft befinden.
Ene, Mene, Muh und raus bist Du
Betritt ein zusätzlicher Spieler die Spielfläche ohne Auswechselung […], erhält dieser Spieler eine Hinausstellung (Regel 4:6). Im obigen Beispiel ist GELB 11 der zusätzliche Spieler, der die Spielfläche ohne Auswechselung betritt.
Wie ist zu verfahren?
In solchen Fällen muss der Zeitnehmer sofort pfeifen und den fehlbaren Spieler benennen. Wenn Zeitnehmer/Sekretär GELB 11 als zusätzlichen Spieler wahrgenommen haben, erhält dieser die Hinausstellung.
Was, wenn Zeitnehmer/Sekretär nicht mitbekommen haben, wer der zusätzliche Spieler ist?
Lässt sich der fehlbare Spieler nicht mehr feststellen, ist wie folgt vorzugehen (IHF-Guidelines: Zusätzlicher Spieler; Regel 4:6, Abs. 1):
Der Technische Delegierte (die Schiedsrichter) fordert den Mannschaftsverantwortlichen auf, den fehlbaren Spieler zu benennen. Dieser Spieler erhält eine Hinausstellung, die ihm persönlich angelastet wird. Weigert sich der Mannschaftsoffizielle, den fehlbaren Spieler zu benennen, benennt der Technische Delegierte (die Schiedsrichter) einen Spieler. Dieser Spieler erhält eine Hinausstellung, die ihm persönlich angelastet wird.
Wichtiger Hinweis
Als „fehlbarer Spieler“ kann nur ein Spieler benannt werden, der sich zum Zeitpunkt der Unterbrechung auf der Spielfläche befindet. Handelt es sich für den benannten Spieler um seine dritte Hinausstellung, ist er nach Regel 16:6d zu disqualifizieren.
Wie sieht es mit der Spielfortsetzung aus?
Das Spiel wird mit Freiwurf für SCHWARZ mit Anpfiff an der Stelle ausgeführt, an der die Regelwidrigkeit begangen wurde (Regel 13:6). In diesem Fall ist der Freiwurf für Team SCHWARZ auf Höhe des Auswechselraums von Team GELB auszuführen.
Fazit
Zu bemängeln ist in diesem Beispiel, dass der Pfiff des Zeitnehmers zu spät erfolgt (erst ca. 15 Sekunden nach dem Fehler). In solchen Fällen muss der Zeitnehmer sofort pfeifen und den fehlbaren Spieler benennen. Um die Schiedsrichter zu unterstützen, ist also eine gute Übersicht, Konzentration und schnelle Reaktion gefragt.
Pfiff der Woche
Unter der Rubrik "Pfiff der Woche" präsentieren wir jeweils eine beachtenswerte Szene aus dem aktuellen Spielbetrieb der Bundesligen von Männern und Frauen – und gegebenenfalls auch aus den Ligen darunter. Warum die ausgewählten Situationen besondere Beachtung verdienen? Nun, weil sie einen bestimmten Regelaspekt verdeutlichen, der uns Schiedsrichtern nicht in jedem Spiel „vor die Pfeife“ kommt.