Was das Video nicht zeigt: Im Anschluss an diesen Anwurf erzielte Mathias Gidsel den Siegtreffer zum 34:33 für Berlin.

Die Ausführung des Anwurfs aus der Anwurfzone

Die Möglichkeit, den Anwurf aus der Anwurfzone auszuführen, hat sich insgesamt positiv auf eine schnelle Spielfortsetzung ausgewirkt. In vielen Situationen erleichtert sie zudem die Spielleitung durch die Schiedsrichter. Gleichzeitig treten bei der Ausführung Fehlerbilder auf, die frühzeitig erkannt und durch konsequente Korrekturen vermieden werden können – insbesondere nach Time-outs oder Team-Time-outs.

Was im Video geschieht

Die Mannschaft GRÜN setzt das Spiel nach einem Team-Time-out mit einem Anwurf fort. GRÜN 5 übernimmt die Ausführung und positioniert sich mit dem Ball im hinteren Bereich der Anwurfzone. Noch vor dem Anpfiff verlässt er die Anwurfzone kurz und betritt sie anschließend wieder. Dabei befinden sich jedoch weder er vollständig noch der Ball vollständig innerhalb der Anwurfzone. Dennoch pfeift der Feldschiedsrichter den Anwurf an.

Regeltechnische Bewertung

Der Anwurf darf durch die Schiedsrichter nur angepfiffen werden, wenn sich sowohl der Ball als auch der Werfer vollständig innerhalb der Anwurfzone befinden.

Der Anwurf ist innerhalb von drei Sekunden nach dem Anpfiff aus der Anwurfzone in beliebiger Richtung auszuführen (13:1a, 15:7 Abs. 3).

Dabei sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:

  • Die Mitspieler des Werfers dürfen die Mittellinie vor dem Anpfiff nicht überschreiten, es sei denn, sie befinden sich selbst innerhalb der Anwurfzone (15:6).
  • Der Werfer darf die Anwurfzonenlinie mit keinem Körperteil überschreiten, bevor der Anwurf als ausgeführt gilt (13:1a, 15:7 Abs. 3).
  • Er darf sich innerhalb der Anwurfzone bewegen, den Ball nach dem Anpfiff jedoch nicht mehr prellen (13:1a, 15:7 Abs. 3).
  • Der Anwurf darf im Laufen, jedoch nicht im Sprung ausgeführt werden (13:1a, 15:7 Abs. 3).

Wann gilt der Anwurf als ausgeführt?

Der Anwurf gilt als ausgeführt, wenn

  • der Ball die Hand des Werfers verlassen hat und anschließend die Anwurfzonenlinie vollständig überquert, oder
  • der Ball gepasst wird und von einem Mitspieler berührt oder kontrolliert wird – auch dann, wenn dies noch innerhalb der Anwurfzone geschieht.

Richtige Entscheidung

Der Anwurf hätte in dieser Situation nicht angepfiffen werden dürfen, da die Voraussetzungen für die Ausführung nicht vorlagen. Die Position von GRÜN 5 hätte zunächst korrigiert werden müssen. Erst danach hätte der Anwurf freigegeben werden dürfen.

Unabhängig davon wäre der Anwurf auch bei zunächst korrekter Ausgangsstellung regelwidrig ausgeführt worden: GRÜN 5 überschreitet die Anwurfzonenlinie bereits, bevor GRÜN 19 den gepassten Ball berührt beziehungsweise innerhalb der Anwurfzone kontrolliert.

Fazit

Gerade in ruhenden Spielsituationen ist von den Schiedsrichtern besondere Aufmerksamkeit gefordert. Sie müssen aktiv auf eine korrekte Stellung und Ausführung des Anwurfs achten und gegebenenfalls bereits vor dem Anpfiff korrigierend eingreifen. Nur so lassen sich fehlerhafte und möglicherweise spielentscheidende Situationen vermeiden.