Arne Morawietz (oben links), Ellen Mieth und Matthes Westphal (beide oben rechts) sowie Schiedsrichterneulinge des HVB (Quelle: privat)

Der "Rookiekader" – Eine sinnvolle Lösung zur Bindung der Schiedsrichteranfänger

Im SR-Portal berichten wir auch über vorbildliche Maßnahmen – sogenanntes Best Practice – im Rahmen der Schiedsrichterausbildung aus den Landesverbänden. Heute stellen wir vielversprechende und erfolgreiche Maßnahmen des Handball-Verbands Berlin (HVB) vor.

Es ist der vierte Advent, als Schiedsrichter sowie Schiedsrichtercoaches die Sporthallen der SG AC/Eintracht Berlin nach dem diesjährigen (Vor-)Neujahresturnier zufrieden verlassen. „Ich bin froh, dass wir im Rahmen unserer ersten Spielaufträge und bei Turnieren kompetente Unterstützung durch den HVB erhalten. Wir erhalten umgehend Feedback zu unseren Entscheidungen und unserem Auftreten und werden durch die Resonanz der Coaches immer sicherer in unserem Auftreten“, resümiert Jörg Herzog nach Turnierende. Er gehört zu den frisch ausgebildeten Unparteiischen im Herbst 2022. Jörg Herzog (53) entschied sich für eine Laufbahn als Schiedsrichter, um unter anderem Spiele gemeinsam mit seiner Tochter leiten zu können – und dass gerade im Hinblick auf sein Alter. 

Über zwei Tage hinweg wurden die Schiedsrichterneulinge bei den D-Jugend-Turnieren intensiv von erfahrenen Coaches begleitet. Im Coachingeinsatz waren an diesem Wochenende neben Ellen Mieth als Frauenbeauftragte des HVB-Schiedsrichterausschusses und dem Lehrwart Matthes Westphal erfahrene Bundesliga- (Lars Scharfe) und junge DHB-Perspektiv- sowie HVB-Leistungskaderschiedsrichter, namentlich Arne Morawietz und Lukas Oestmann.

Der Aufwand, die neu ausgebildeten Schiedsrichter zu betreuen, ist hoch. Dies bestätigt Luka Preibsch, selbst DHB-Perspektivkader-Schiedsrichter, der den ‚Rookiekader‘ verantwortet. Er konstatiert: „Neben den regelmäßigen Schiedsrichteransetzungen im laufenden Spielbetrieb planen wir Turniermaßnahmen, die allesamt eng mit dem Beobachtungswesen abgestimmt werden müssen. Darüber hinaus versuche ich, den ‚Rookies‘ mit Rat und Tat beiseitezustehen. Hierfür kommunizieren wir regelmäßig über eine WhatsApp-Gruppe. Ebenso versuche ich, dass ein oder andere Team neben meinen eigenen Spielaufträgen zu coachen.“ Der Aufwand wird indes größer, verantwortet Luka Preibsch zusätzlich noch den Jungschiedsrichterkader, der junge und talentierte Unparteiische an höhere Aufgaben heranführen soll.  

Dem HVB-Schiedsrichterausschuss war es auch im vergangenen Jahr möglich, eine Vielzahl an Coachingaufträgen abzudecken. Insgesamt 57 Coachings im Spielbetrieb und drei umfangreiche Turniermaßnahmen wurden durchgeführt, um den jungen und insbesondere neu ausgebildeten Unparteiischen Unterstützung zuteilwerden zu lassen. Es wurden regelmäßig sogenannte HVB-Schiedsrichterbetreuer eingesetzt, die Aufgaben eines technischen Delegierten wahrnehmen und dadurch neben dem Feedback nach Spielende auch eine direkte Funktion während der Spielleitung der Schiedsrichter übernehmen. Durch den Platz am Tisch des Zeitnehmers und Sekretärs zeigt das Schiedsrichterwesen deutliche Präsenz – eine Maßnahme, die ebenso bei den beteiligten Vereinen auf positive Resonanz stieß.

„Der Rookiekader und dessen Betreuung ist zwar eine umfangreiche Aufgabenstellung, die einige personelle Ressourcen in Anspruch nimmt, sich aber lohnt. Der Schiedsrichterausschuss des HVB wird auch zukünftig sein Bestes geben, um Erfolge in der Gewinnung und dem Erhalt der ‚Rookies‘ verzeichnen zu können“ so Matthes Westphal, Schiedsrichterlehrwart und Referent Beobachtungen / Coaching im HVB.

Rookies im Einsatz (Quelle: privat)