Quelle: DHB

Der Abwurf – vorteilhaft und fehleranfällig zugleich

Mit dem Abwurf bringt der Torwart den Ball wieder ins Spiel. Häufig ist das bereits ein entscheidender Pass zu einem Mitspieler, der mit einem Gegenstoß die gegnerische Mannschaft überlaufen und schnell ein Tor erzielen kann. Dabei ist aber auf eine korrekte Ausführung zu achten.

Was im Video geschieht

Mannschaft BLAU führt einen Torwurf aus. Der Torwart von Mannschaft WEISS hält den Ball und will den Abwurf aufgrund der verbleibenden Spielzeit und des Ergebnisses schnell ausführen. In der Vorwärtsbewegung will er seinen Mitspieler in Höhe der Freiwurflinie anspielen, der jedoch aufgrund eines Zweikampfes mit dem Spieler Mannschaft BLAU den Ball nicht annehmen kann. Durch den erforderlichen schnellen Wechsel und dem vorherigen Schwung, führt er den Abwurf im Sprungwurf zu WEISS 25 aus.

Wie hätten Sie entschieden?

Regeltechnische Einordnung von Kay Holm, Leiter Bereich Lehre im DHB-Schiedsrichterwesen

Wann und wie ist aber der Abwurf auszuführen bzw. ausgeführt?

Der Abwurf wird vom Torwart aus dem Torraum über die Torraumlinie ausgeführt. Der Torwart muss sich innerhalb seines Torraums befinden und der Ball muss in Richtung Spielfeld gespielt werden. 

Der Werfer muss bei einem Abwurf (und dies muss regeltechnisch immer der Torwart sein – siehe auch Regel 12:2 Abs. 2) nicht ununterbrochen mit einem Fuß den Boden berühren. Der Torwart darf den Abwurf daher auch im Sprung ausführen. Dabei ist aber folgendes zu beachten:

Der Abwurf gilt erst als ausgeführt, wenn der vom Torwart gespielte Ball die Torraumlinie vollständig überquert hat (siehe auch Regel 12:2 Abs. 3).

Dem Torwart ist es nicht gestattet, mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball den Torraum zu verlassen (siehe Regel 5:6, erster Satzteil).

Daher ist die Ausführung des Abwurfs regelwidrig

Ein nicht angepfiffener, regelwidriger Abwurf (siehe Videobeispiel) ist gemäß den Bestimmungen der Regel 5:6, zweiter Satzteil mit Anpfiff (siehe auch Regel 15:7 Abs. 2) zu wiederholen. 

Wäre der Pass des Torwarts nicht bei seinem Mitspieler, sondern bei einem Gegenspieler angekommen, wäre das Spiel ohne Korrektur weitergelaufen, da hier die Vorteilsregel greift (Regeln 5:6 und 15:7).

Fazit

Die Ausführung eines Abwurfs als Sprungwurf ist daher nur innerhalb des Torraumes möglich.