Quelle: DHB
Der Abwurf und die Vorteile der schnellen Ausführung
Was im Video geschieht
GRÜN 10 führt einen Torwurf aus. Der Torwart Mannschaft GELB hält den Ball, der dann ins Toraus geht. Torwart GELB 12 holt schnell den Ball, um den Abwurf auszuführen. Der Torwart ist wieder in seinem Torraum und der Ball befindet sich in der Hand des Werfers (Torwarts). Er will den Abwurf ausführen. In der Vorwärtsbewegung verliert er Ball aus der Hand, und Ball springt außerhalb des Torraums auf. GRÜN 10 der auf dem Rückweg erkennt die Situation und nimmt den Ball auf und setzt (erneut) zum Torwurf an.
Regeltechnische Einordnung von Kay Holm, Leiter Bereich Lehre im DHB-Schiedsrichterwesen
Wann und wie ist aber der Abwurf auszuführen bzw. ausgeführt?
Gemäß Regel 15:1 muss der Werfer vor der Ausführung eines Wurfs die richtige Position eingenommen haben und der Ball muss sich in der Hand des Werfers befinden.
Außer bei der Ausführung eines Abwurfs und dem Anwurf aus der Anwurfzone muss der Werfer bei der Wurfausführung mit einem Teil eines Fußes ununterbrochen den Boden berühren, bis der Ball die Hand verlassen hat.
Ein Wurf ist ausgeführt, wenn der Ball die Hand des Werfers verlassen hat. Dies gilt jedoch nicht beim Abwurf und Anwurf.
Denn der Abwurf gilt erst als ausgeführt, wenn der vom Torwart gespielte Ball vollständig die Torraumlinie überquert hat. Die Spieler der anderen Mannschaft dürfen sich zwar an der Torraumlinie aufhalten, dürfen aber den Ball erst berühren, wenn dieser die Torraumlinie vollständig überquert hat.
Fazit:
Die Bedingungen der Regel 15:1 und 12:2 sind in diesem Beispiel erfüllt. Daher ist die Entscheidung der Schiedsrichter auf Weiterspielen korrekt.
Pfiff der Woche
Unter der Rubrik "Pfiff der Woche" präsentieren wir jeweils eine beachtenswerte Szene aus dem aktuellen Spielbetrieb der Bundesligen von Männern und Frauen – und gegebenenfalls auch aus den Ligen darunter. Warum die ausgewählten Situationen besondere Beachtung verdienen? Nun, weil sie einen bestimmten Regelaspekt verdeutlichen, der uns Schiedsrichtern nicht in jedem Spiel „vor die Pfeife“ kommt.