Quelle: IMAGO / Eibner
Das richtige Endergebnis
Der Torgewinn
Die Mannschaft, die mehr Tore erzielt hat als die gegnerische Mannschaft, ist Sieger. Haben beide Mannschaften die gleiche Anzahl an Toren erzielt, ist das Spiel unentschieden.
Die Regelbestimmung setzt aber voraus, dass die korrekt erzielten Tore auch für die richtige Mannschaft dokumentiert und angezeigt werden bzw. dass irregulär erzielte Tore nicht notiert und angezeigt werden.
Wie heißt es in Regel 9:1: Ein Tor ist erzielt, wenn der Ball die Torlinie vollständig überquert hat, sofern vor dem oder beim Wurf der Werfer, seine Mitspieler oder Offizielle sich nicht regelwidrig verhalten haben oder Schiedsrichter, der Zeitnehmer oder der Delegierte das Spiel vorher nicht unterbrochen hat.
Im Kommentar Regel 9:2 heißt es weiter: Ein von den Schiedsrichtern anerkanntes Tor sollte sofort auf der Anzeigetafel angezeigt werden.
Wer hat welche Verantwortung?
Der Torschiedsrichter bestätigt durch zwei kurze Pfiffe und Handzeichen 12, dass ein Tor erzielt ist. Neben dem Zeitnehmer, der für die Anzeige des Spielstands auf der offiziellen Anzeigetafel sorgt, und dem Sekretär, der die Torfolge im Spielprotokoll erfasst, sind in derartigen Fällen vorrangig auch die Schiedsrichter gefragt. Gemäß Regel 17:8 Satz 1 sind beide Schiedsrichter für das Zählen (Notieren) der Tore verantwortlich.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Zeitnehmer und Sekretär übernehmen bei der Spielleitung durchaus Mitverantwortung, indem sie die Schiedsrichter unterstützen. Sich darauf verlassen ist die eine Seite, die andere Seite ist aber das Regelwerk und die damit verbundene zugeschriebene Verantwortung.
Denn die Schiedsrichter sind auch verantwortlich für die Richtigkeit der Spielstände während des Spiels. Sie müssen auch während des Spiels die Anzeigetafel nach einem Torpfiff kontrollieren, damit derartige Fälle sich nicht ereignen.
Ablauf
Nach einem Tor sollen sich die Schiedsrichter zunächst auf den Anpfiff zur Spielfortsetzung konzentrieren, denn viele Mannschaften spielen den sogenannten „schnellen Anwurf“. Mit Einführung der Anwurfzone ist hier noch mehr Aufmerksamkeit gefragt. Sobald sich der Anwerfende in der Anwurfzone sowie seine Mitspieler in einer korrekten Grundposition befinden, müssen die Schiedsrichter anpfeifen, um die Ballbesitzer nicht zu benachteiligen. Deshalb sollten die Schiedsrichter ein Tor grundsätzlich erst nach dem Anpfeifen des Anwurfs notieren und nicht gleichzeitig, damit immer einer von ihnen die Spieler beobachten kann.
Auch wenn die Schiedsrichter in den Bundesligen nicht die Tore mitschreiben müssen, besteht aber dennoch die Pflicht während des Spiels nach einem Torpfiff bzw. nach dem Anpfiff des Anwurfs die Anzeigetafel zu kontrollieren. Des Weiteren sind die Schiedsrichter hier angewiesen, Zwischenstände bei Zeitstrafen, TO oder TTO zu kontrollieren.
Was ist, wenn der Spielstand nicht stimmt?
Bestenfalls sollte den Schiedsrichtern unmittelbar auffallen, dass der Spielstand nicht korrekt angezeigt wird. In der Regel kommt der Protest aber eher von der Bank oder aus dem Bereich der Zuschauer.
Wenn es offensichtlich zu Unregelmäßigkeiten kommen sollte, sollten die Schiedsrichter unmittelbar das Spiel unterbrechen und den Sachverhalt klären. Die Klärung auf die Halbzeitpause zu verschieben, ist kein guter Ansatz. Denn das Ergebnis auf der Anzeigentafel sollte jederzeit den korrekten Spielstand anzeigen.
Fazit
Schiedsrichter und/oder Zeitnehmer/Sekretäre sind Menschen, denen selbstredend auch Fehler passieren können. Wenn es aber um den richtigen Spielstand bzw. das richtige Endergebnis geht, sollten derartige Fehler nicht passieren!
Daher ist die Kontrolle des Spielstands nach einem Tor eine besondere Chronistenpflicht in jeder Liga, unabhängig davon, ob ich als Schiedsrichter die Treffer mitschreiben muss oder nicht.
Es muss das Vertrauen für die Kollegen Zeitnehmer/Sekretär/Delegierte gegeben sein. ABER – letztendlich seid ihr als Schiedsrichter verantwortlich für das (End-)Ergebnis.
Hinweis
Einspruch wurde durch den betroffenen Verein nicht eingelegt. Dass das Thema aber nicht neu ist, zeigt u. a. auch der Artikel vom 16.06.2022.