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Das moderne Handballspiel erfordert eine angepasste Lauftechnik
Vor allem in Gegenstoßsituationen, in denen nahezu alle Spieler in der vollen Laufbewegung sind, oder bei einer schnellen Ausführung des Anwurfs sind die Schiedsrichter zusätzlich gefordert: Sie müssen den Standard-Funktionswechsel teilweise in hohem Lauftempo durchführen, aber dabei den Überblick behalten. Sie dürfen die Spieler nie aus den Augen verlieren und mögliche Laufwege von Spielern nicht stören oder sogar blockieren.
Voraussetzung
Mit der richtigen Lauf- und Bewegungstechnik verschafft man sich immer den richtigen (Über-)Blick zum Spielgeschehen.
Fehler in der Lauftechnik beim Anwurf führen häufig zu Fehlern bei der Ausführung
Oft wird bei den Beobachtungen/beim Coaching eine ungünstige (Grund-)Position des Feldschiedsrichters beim Anwurf nach Torerfolg bemängelt. Viele Schiedsrichter stehen immer noch zu weit in der Mitte oder rücken zu langsam bei der Ausführung des Anwurfes nach vorne.
Gemäß der Erläuterung 3 sollten die Schiedsrichter als Leitsatz für die Auslegung von Regel 10:3 (Anwurf) das Ziel berücksichtigen, die Mannschaften zur schnellen Ausführung des Anwurfs zu ermutigen. Dies bedeutet zum einen, dass sie nicht übertrieben genau sein und zum anderen nicht nach Möglichkeiten suchen sollten, eine Mannschaft, die eine schnelle Wurfausführung versucht, zurückzupfeifen oder zu bestrafen.
So müssen die Schiedsrichter beispielsweise beachten, dass es nicht zu einer Verzögerung der Anwurfausführung kommt, weil sie z. B. zunächst den Treffer auf ihrer Notizkarte vermerken. Nach schneller Prüfung der korrekten Position des Anwerfenden sowie seiner Mitspieler sollte der Feldschiedsrichter bereit sein, umgehend anzupfeifen. Hierfür sind eine gute Grundposition, ein schnelles Nachrücken und eine gute Übersicht die Voraussetzung.
So sollte es sein
Der Torschiedsrichter muss nach Anzeigen des Torerfolgs (Bild 1 der Bildreihe) zunächst nach vorn in Richtung Mittellinie sprinten. Der Laufweg sollte entsprechend Laufweg D in oben gezeigter Übersicht entlang der Seitenlinie verlaufen.
Etwa drei Meter vor der Mittellinie sollte der Torschiedsrichter abstoppen, um den Anwurf aus günstiger diagonaler Beobachtungsposition heraus anzupfeifen. Ein Abstoppen erst unmittelbar auf Höhe der Mittellinie ist nicht erforderlich, manchmal sogar hinderlich, da durchlaufende Spieler die Sicht zum anwerfenden Spieler verdecken können. Läuft der Schiedsrichter zu weit in der Mitte oder befindet er sich beim Anpfiff zu weit von der Mittellinie entfernt, sind fehlerhafte Anwurfausführungen häufig zu beobachten. Aus dieser Position heraus ist es ihm kaum möglich, die korrekte Stellung sowohl des ausführenden Spielers (ein Fuß auf der Mittellinie) als auch seiner Mitspieler (keiner darf die Mittellinie bereits überschritten haben) zu prüfen.
Wer mehr zum Thema Stellungsspiel, Positions- und Funktionswechsel wissen möchte, schaut einfach unter Grundwissen nach. Hier gibt es noch mehr wertvolle Hinweise.