Best Practice: Teamwettkampf im Kader für das „Teambuilding“

Die Schiedsrichter sind die „dritte Mannschaft" auf dem Spielfeld. Mit einem kleinen Teamwettkampf lässt sich auf dem Lehrgang der Austausch untereinander fördern – Teambuilding als bunte Abwechslung zu Regeltest und Videoszenen.

Denn auch, wenn die Unparteiischen im Ranking um den Aufstieg konkurrieren mögen und alle den Abstieg unbedingt vermeiden wollen: Die Schiedsrichter treten anders als die Mannschaften einer Liga nur indirekt gegeneinander an. Sie müssen sich auf ihre Leistung konzentrieren und für sich bestmöglich performen, aber nicht in einem direkten Aufeinandertreffen ein anderes Gespann besiegen.

Kleine Spiele können helfen, um ein „Mannschaftsgefühl" im Kader zu entwickeln oder jungen bzw. neuen Unparteiischen das Ankommen in der neuen Gruppe zu erleichtern. Die folgenden Spiele lassen sich teilweise auch im Schulungs- bzw. Seminarraum oder auf einer Freifläche draußen umsetzen, falls keine Sport- bzw. Handballhalle zur Verfügung steht.

Für den Teamwettkampf werden die Schiedsrichter in mehrere Teams eingeteilt. Geschieht das bereits im Vorfeld des Lehrgangs, kann zusätzlich die Aufgabe gestellt werden, sich ein gemeinsames Accessoire (z. B. Stirnband, bunte Socken o. Ä.) oder sogar ein ganzes Outfit bzw. eine Kostümierung in der Kleingruppe zu überlegen. Bei den einzelnen Spielen sammeln die Teams Punkte, sodass am Ende ggf. ein Sieger gekürt werden kann.


Sieben Ideen für Disziplinen bei einem Teamwettkampf

(abseits von Fußball oder Handball)

1. In & Out

Die Schiedsrichter stellen sich in einem großen Kreis auf. Sind außerhalb der Halle keine Markierungsstreifen o. Ä. vorhanden, kann ein Stift als Markierung vor die eigenen Füße gelegt werden. Der Lehrgangsleiter gibt nun abwechselnd die Kommandos „In" (Sprung nach vorne in den Kreis) und „Out" (Sprung nach hinten aus dem Kreis). Wer einen Fehler macht, scheidet aus. Die letzten zwei/drei/vier Schiedsrichter holen jeweils einen Punkt für ihr Team.

2. Stuhlrennen

Jedes Team benötigt einen Stuhl mehr, als es Teammitglieder gibt. Jedes Team bildet eine Stuhlreihe bis zur Startlinie, der hinterste Stuhl ist leer. Auf Startsignal wird der leere Stuhl nach vorne durchgereicht und jeder Schiedsrichter rutscht einen Stuhl weiter nach vorne. Nun ist wieder der letzte Stuhl frei, der nach vorne durchgereicht wird usw. Es gewinnt das Team, das am schnellsten den Raum durchquert bzw. die vorher festgelegte Ziellinie erreicht hat.

3. Schere – Stein – Papier

Das Spiel „Schere, Stein, Papier" kennt vermutlich jeder seit Kindergarten oder Grundschule. Bei dieser Teamwettkampf-Variante treten immer zwei Teams gegeneinander an. Wird in einer Handballhalle gespielt, positionieren sich zwei Teams an den Endpunkten des Sechs-Meter-Kreises (es kann aber auch jede andere beliebige Linie genutzt werden bzw. draußen eine Linie mit zwei gegenüberliegenden Starthütchen gestellt werden).

Auf Pfiff läuft der erste Schiedsrichter jedes Teams los, die Linie entlang, bis er auf seinen Kontrahenten trifft. Es wird mit Schere – Stein – Papier ausgespielt, wer gewinnt. Der Gewinner darf weiterlaufen, der Verlierer scheidet aus – für ihn läuft das nächste Teammitglied vom Startpunkt los. Ein Punkt wird erzielt, indem der Startpunkt bzw. das Starthütchen der gegnerischen Mannschaft berührt wird.

4. Wer reagiert – und wer nicht?

Die Schiedsrichter stellen sich in einem großen Kreis auf. Sie spielen Pässe mit einem Handball (oder einem anderen zum Werfen geeigneten Gegenstand). Die beiden Schiedsrichter neben dem Passempfänger müssen kurz in die Hocke gehen oder in die Hände klatschen. Wer fälschlicherweise reagiert oder vergisst zu reagieren, scheidet aus und setzt sich hin. Sitzende Schiedsrichter zählen nicht mehr mit, sodass man einen neuen Nachbarn im Kreis hat. Die letzten drei/vier/fünf stehenden Schiedsrichter holen jeweils einen Punkt für ihr Team.

5. Tic-Tac-Toe

Es wird ein Tic-Tac-Toe-Feld aufgebaut (z. B. mit Reifen in der Halle oder mit Klebeband auf einem Tisch, falls keine Halle zur Verfügung steht). Es treten immer zwei Teams gegeneinander an; ein Team hat drei gelbe Karten, das andere Team drei rote Karten. Die Schiedsrichter müssen zum Tic-Tac-Toe-Feld laufen/hüpfen und ihre Karte in einem Feld ablegen. Wie beim Tic-Tac-Toe üblich gewinnt das Team, das seine drei Karten in einer Reihe hat. Sind alle drei Karten gelegt und es gibt keinen Sieger, wird so lange eine Karte pro Lauf umgelegt, bis es einen Sieger gibt.

6. Mit Köpfchen!

Die Teams stellen sich nebeneinander auf, sodass jedes Team eine Reihe bildet. Es wird eine Kategorie (z. B. Handball oder Schiedsrichter oder Sport) festgelegt. Der Lehrgangsleiter gibt einen Buchstaben aus dem Alphabet vor, zu dem jeweils der vorderste Schiedsrichter eines Teams einen passenden Begriff aus der Kategorie nennen darf (z. B. Vorgabe ist der Buchstabe Z – mögliche Begriffe: Zeitspiel oder Zeitstrafe). Wer am schnellsten einen Begriff nennt, holt den Punkt. Danach stellen sich alle vorne stehenden Schiedsrichter wieder hinten an, und die nächste Reihe erhält einen anderen Buchstaben …

7. Der Klassiker: Staffelläufe

Es ist der Klassiker für den Wettkampf mehrerer Teams bzw. Kleingruppen: der Staffellauf. Das Motto: Der Schnellste gewinnt. Ob vorwärts oder rückwärts im Slalom durch einen Hütchenparcours laufen, eine bestimmte Strecke so schnell wie möglich laufend/hüpfend überwinden und dabei eventuell noch einen Ball rollen oder prellen: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.