Auch nicht ballbezogene Angreifervergehen müssen erkannt und geahndet werden

Auch in unserem heutigen Pfiff der Woche greifen wir eine Schulungsszene auf, die von der IHF für die aktuell zur Frauen-WM in Japan nominierten Schiedsrichterteams zum Themenbereich „Angreifervergehen“ ausgesucht wurde.

Es handelt sich um eine Spielszene der Frauen-WM 2017. Am 3. Dezember wurde in der Gruppenphase die Begegnung Südkorea gegen Deutschland ausgetragen. Das Spiel endete mit 18:23 für Deutschland.

Die Schiedsrichter zeigen aktuell das Vorwarnzeichen für passives Spiel. Mit Beginn der vierten Spielminute erhält WEISS einen Freiwurf. Die an der Freiwurflinie postierte Angreiferin spielt den Ball zu einer Mitspielerin, die auf Rückraum-Mitte postiert ist. Nach einem weiteren Pass zur Spielerin auf Position Rückraum-Links setzt diese nach Ballannahme im Rechtsschritt und Ausführung eines weiteren Linksschritts zum Sprungwurf an. Gleichzeitig hält eine der inzwischen an der Torraumlinie postierten Kreisläuferinnen von WEISS eine Abwehrspielerin (ROT) am Trikot fest. Dadurch hat die Werferin (WEISS) die Chance, die sich daraus ergebende klare Torgelegenheit zum Torerfolg zu verwerten.

Die IHF gibt in ihrem Schulungscenter folgenden Hinweis:

Nach einem Freiwurf liegt es in der Verantwortung beider Schiedsrichter zu erkennen, ob sich die Werferin des Freiwurfs regelwidrig mit einem ausgestreckten Arm für den Wurf Platz macht oder ob gegebenenfalls eine Mitspielerin das Trikot einer Verteidigerin regelwidrig festhält, um der Werferin einen Wurfvorteil zu verschaffen.

In derartigen Fällen ist auf Angreifervergehen zu entscheiden.