Quelle: IMAGO/Jan Huebner

7-Meter-Wurf – gibt es eine Ausführungsgrenze nach hinten?

Am 16.03.2023 haben wir über den (neuen) richtigen Blickwinkel des Feldschiedsrichters bei der Ausführung des 7-Meter-Wurfs berichtet. Heute weisen wir noch auf Situationen hin, die vor oder bei der Ausführung passieren können und erklären, was erlaubt bzw. nicht erlaubt ist.

Situation

Die Schiedsrichter haben auf Strafwurf für Team BLAU entschieden. Der Werfer BLAU 3 steht ca. 80 cm hinter der 7-Meter-Linie mit dem Ball zum Wurf bereit (Bild 1). Der Feldschiedsrichter pfeift den Wurf an. BLAU 3 holt nun mit dem hinteren Fuß deutlich über die 9-Meter-Linie aus und berührt auch den Bodenbereich hinter der 9-Meter-Linie (nicht im Bild), während der vordere Fuß korrekt steht. Anschließend geht der Wurf ins Tor.

Ist das Verhalten regelkonform und zählt das Tor?

Bild 1 (Quelle: DHB)

Lösung

Seit einigen Jahren bevorzugen einige 7-Meter-Spezialisten eine Ausführung, bei der sie eine Grundposition nicht unmittelbar an der 7-Meter-Linie wählen. Gerade wenn der Torwart sehr weit vor dem Tor agiert, erscheint es ihnen günstiger, ihre Ausgangsposition etwas nach hinten zu verlegen.  

Gemäß 14:5 hat der Werfer hier eine Toleranzzone von maximal einem Meter zu Verfügung. Falsche Ausgangsstellungen des Werfers (siehe Bild 2 – hier mehr als 1m), aber auch seitlich versetzte Positionen, muss der Feldschiedsrichter vor dem Anpfiff korrigieren. Als seitliche Toleranz gilt das Ende der 7-Meter-Linie.

In der oben beschriebenen Situation ist auf Tor für Team BLAU zu entscheiden.

Der Wurf ist in der Ausführung regelgerecht und darf vom Schiedsrichter nicht korrigiert werden.  Insbesondere wäre eine Freiwurfentscheidung gegen den Werfer von Team BLAU in diesem Fall nicht gerechtfertigt.

Bild 2 (Quelle: DHB)

Fazit

Unter Beachtung der Toleranzzone von maximal einem Meter gibt es keine Ausführungsgrenze nach hinten, die Freiwurflinie darf also mit dem hinteren Fuß berührt oder überschritten werden.

Unabhängig von der regelgerechten Stellung des Werfers müssen sich die Gegenspieler mindestens drei Meter von der 7-Meter-Linie (nicht vom Werfer) entfernt aufhalten.